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LIGA Berlin // Kathrin Zauter

LIGA Berlin debattiert Forderungen nach einer gesicherten Finanzierung von Migrationsberatung mit Berliner Direktkandidat*innen

Beratungsstellen für (Neu-) Zugewanderte und Ratsuchende mit Migrationsgeschichte leisten eine wichtige Arbeit und müssen langfristig angemessen finanziert werden. Darüber herrschte Einigkeit auf der Online-Podiumsdiskussion des Fachausschusses Migration der LIGA Berlin mit Kandidierenden für die Bundestagswahl.

Frau und Mann füllen Formulare aus
Bildnachweis: AWO Bundesverband

Konkret forderten die LIGA-Mitglieder eine Erhöhung der Haushaltsmittel für die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) und Jugendmigrationsdienste (JMD).

Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin, Federführung LIGA Berlin:

„Als Einwanderungsland haben wir die Verpflichtung, zugewanderte Menschen beim Ankommen zu unterstützen, um unsere offene Gesellschaft zu fördern. Dafür benötigt es eine langfristige finanzielle Perspektive für bundesweite Beratungsangebote“

Obwohl es sich bei den Migrationsprogrammen um eine gesetzlich verankerte Leistung handelt, müssen die Täger der Wohlfahrtsverbände die Fördermittel jährlich neu beantragen und durch eigene Mittel aufstocken. Seit 2017 wurden die Förderpauschalen im MBE-Programm nicht angehoben. Steigende Personal- und Sachkosten werden bei der Festlegung der Zuwendungshöhe nicht berücksichtigt. Deshalb, so die Mitglieder des Fachausschusses Migration der LIGA Berlin, sei der Erhalt des flächendeckenden Beratungsangebotes in Gefahr.

Dirk Arp-Stapelfeldt, Vorsitzender LIGA-Fachausschuss Migration:

Der Bedarf an Beratung und Unterstützung beim Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, zu Bildungsangeboten und zur Sprachförderung wird sich weiter erhöhen. Die Beratungsangebote der MBE und JMD sind ein verlässliches und unverzichtbares Angebot im Zusammenspiel der föderalen Zuständigkeiten. Das Angebot muss im Umfang und in der Finanzierung nachhaltig auf sichere Beine gestellt werden!“

Die Direktkandidat*innen (Enrico Bloch, Hakan Demir, Anja Ingenbleek, alle SPD, Anna Kryszan, FDP, Christina Schwarzer, CDU, Nina Stahr, Bündnis90/Die Grünen und Udo Wolf, Die Linke) dankten den Mitarbeitenden der Beratungsstellen für ihr großes Engagement. In der Pandemie habe sich erneut deutlich gezeigt, wie wichtig die Beratungsstellen sind. Durch die schnelle Umstellung auf telefonische und digitale Erreichbarkeit sei es gelungen, die Zielgruppen gut zu unterstützen und die teilweise komplett eingeschränkte Erreichbarkeit von Ämtern und Behörden auszugleichen. So konnten existenzielle Notlagen, der Wegfall von Grundsicherungsleistungen oder auch Wohnraumverlust vermieden werden.

Die Online-Podiumsdiskussion fand anlässlich des 7. bundesweiten Aktionstages der Träger der bundesgeförderten Migrationsberatung und der Jugendmigrationsdienste statt.

Die Beratungsstellen sind erste Anlaufstellen für Neueingewanderte mit Beratungs- und Unterstützungsbedarf in Deutschland. Als Regelangebot einer modernen Migrationsgesellschaft sind sie eine wichtige Schnittstelle zu den Diensten und Angeboten der sozialen und gesundheitlichen Versorgung und ein zentraler Baustein zur Teilhabe und Partizipation aller Eingewanderten.

Fachlicher Kontakt:
Dirk Arp-Stapelfeldt
Vorsitzender LIGA Fachausschuss Migration
Tel.: 030 / 25 389 269
Mobil: 0151 17 63 79 69
Dirk.Arp-Stapelfeldt@awoberlin.de

Pressekontakt:
Kathrin Zauter
Pressesprecherin für die LIGA Berlin
Tel: 030 86 001 175
Zauter@paritaet-berlin.de