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Saskia Krumbholz

Kampagne „Sprach-Kitas retten“: Bundeshaushalt darf nicht zu Lasten der Jüngsten gekürzt werden!

Kita-Fachtag Berlin
Bildnachweis: AWO Landesverband Berlin // Thomas Lingens

Die Bedeutung und Vielfalt sprachlicher Bildung in Kitas stand beim diesjährigen gemeinsamen Kita-Fachtag des AWO Landesverbandes Berlin e. V. und des Landesbüros Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am 06.09.2022 im Mittelpunkt. Die zahlreichen Beispiele aus 16 AWO-Kitas der Hauptstadt zeigten anschaulich, wie das Bundesprogramm Sprach-Kitas bei der Zusammenarbeit mit Eltern, der inklusiven Pädagogik, der sprachlichen Bildung und der Digitalisierung wirken kann.

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ ist das erfolgreichste Kita-Programm des Bundes und trägt tagtäglich durch zusätzliche Mittel für Fachpersonal und Fachberatung zu einer besseren Qualität der Sprachbildung, der Zusammenarbeit mit Eltern und Inklusion von Kindern bei. Seit der Corona-Pandemie wird auch die Digitalisierung gefördert.

„Kitas spielen als zentraler Ort für Begegnung, Sozialisation und Bildung für Kinder und ihre Familien eine besonders wichtige Rolle! Denn Inklusion und alltagsintegrierte sprachliche Bildung in Kitas sind eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit aller Kinder.“, betont Maria Lingens, Fachreferentin Kita, Ganztag und Familie beim AWO Landesverband Berlin.

Die Bundesregierung hat in ihrem Haushaltsentwurf für das Jahr 2023 keine Finanzmittel für die Fortsetzung der Sprach-Kitas eingeplant, obwohl die drei Regierungsparteien im Koalitionsvertrag genau das Gegenteil versprochen haben und Bund wie Länder sich immer wieder für eine Fortsetzung aussprechen. Jetzt müssen Taten folgen, um die Expertise der Fachkräfte und Fachberatungen für die Kitas zu erhalten.

Die AWO Berlin unterstützt deshalb die Kampagne „Sprach-Kitas retten“ und fordert die Regierungsparteien auf, im anstehenden parlamentarischen Verfahren für den Bundeshaushalt 2023 die geplante Streichung zu verhindern. In einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis aus Gewerkschaften, Verbänden, Wissenschaftler*innen, Eltern und Fachkräften in der frühkindlichen Bildung werden wir alles dafür tun, dass die Politik ihr im Koalitionsvertrag gegebenes Versprechen einhält und die Sprach-Kitas in Deutschland fortführt.

Vom Bundeskabinett wurde zudem am 24.08.2022 mit dem KiTa-Qualitätsgesetz die Fortführung des Gute-Kita-Gesetzes beschlossen. In den Jahren 2023 und 2024 werden jeweils knapp 2 Mrd. Euro vom Bund für Qualitätsverbesserungen in der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt. Hier muss der Etat für die Sprach – Kitas mit aufgenommen werden.

Dazu erklärt Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes: „Die Behauptung, dass sprachliche Bildung nun über das KiTa-Qualitätsgesetz finanziert werde, ist eine Täuschung. Die Umschichtung der sprachlichen Bildung in das KiTa-Qualitätsgesetz klingt zwar erstmal plausibel, weil so der sprachlichen Bildung bundesweit eine größere Bedeutung zugesprochen wird. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist die Überführung aber kaum realistisch umsetzbar – die in 11 Jahren geschaffenen bundesweiten Qualitäten und Standards können durch die Länder in so kurzer Zeit nicht einheitlich übernommen werden. Die Länder brauchen mehr Zeit, um die Überführung der aufgebauten Strukturen der Sprach-Kitas anzugehen, geeignete Konzepte aufzustellen und die entsprechenden Verordnungen zu erlassen. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung sich an ihre Zusage im Koalitionsvertrag hält und Sprach-Kitas weiterentwickelt und verstetigt. Zumindest ist angezeigt, dass das Bundesprogramm Sprach-Kitas fortgeführt wird, damit die aufgebauten Strukturen von den Ländern in eigene Konzepte umgewandelt werden können. Ansonsten stellt das Ende des Bundesprogramms einen harten Bruch in der Förderung und Fortführung der Sprach-Kitas dar.“

Einzelheiten zur Kampagne „Sprach-Kitas retten“:

Die Kampagne „Sprach-Kitas retten“ setzt sich für die Fortführung des Bundesprogramms ein. Zentrales Element der Kampagne ist eine Petition über den Bundestag, das Ziel sind 50 000 Unterschriften in vier Wochen, damit eine öffentliche Anhörung im Bundestag erfolgt. Auf der Website zur Kampagne www.sprachkitas-retten.de finden sich Informationen zur Kampagne und den geplanten Aktionen sowie die Möglichkeit der direkten Unterschrift der Petition. Der Kampagnenhashtag ist #SprachkitasRetten.

Eindrücke vom gemeinsamen Kita-Fachtag des AWO Landesverbandes Berlin e. V. und des Landesbüros Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am 06.09.2022.

Bildnachweis: AWO Landesverband Berlin // Thomas Lingens

Kita-Fachtag
Bildnachweis: AWO Landesverband // Thomas Lingens