Jahresempfang 2026: „Perspektiven schaffen?! – Die AWO im Gespräch mit einem Zukunftsforscher“
Unter dem Motto „Perspektiven schaffen?! Die AWO im Gespräch mit einem Zukunftsforscher“ hatte der AWO Landesverband Berlin am 9. September 2026 zum Jahresempfang in die Heilig-Kreuz-Kirche in der Zossener Straße in Berlin-Kreuzberg eingeladen. Gemeinsam mit dem Zukunftsforscher Sascha Dannenberg von der FU Berlin diskutierten Vertreter*innen aus Politik, der Berliner AWO und der Freien Wohlfahrtspflege vor über 120 Gästen darüber, wie ein Wohlfahrtsverband trotz aktueller sozialpolitischer und finanzieller Herausforderungen Zukunft mitgestalten kann.
Nach der Begrüßung durch die Landesvorsitzende Ülker Radziwill führte Landesgeschäftsführer Oliver Bürgel durch die Veranstaltung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Zukunftsdenken in einer Organisation Raum bekommen kann, die gleichzeitig auf politische Entscheidungen, finanzielle Kürzungen und unmittelbare soziale Bedarfe reagieren muss.
In der Fishbowl-Diskussion wurde deutlich, dass der Blick in die Zukunft auch den Umgang mit Unsicherheit erfordert. Organisationen werden dafür Zeit und Räume schaffen müssen, in denen unterschiedliche Entwicklungen gedacht, eigene Begrenzungen hinterfragt und neue Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Die Teilnehmenden der Fishbowl brachten dazu vielfältige Erfahrungen und Perspektiven ein.
Für einen Wohlfahrtsverband ist damit auch die Frage verbunden, wer an solchen Zukunftsprozessen beteiligt wird. Die AWO arbeitet mit und für Menschen, die beispielsweise von Armut, Ausgrenzung oder fehlenden gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten betroffen sind. Ihre Perspektiven und die der Interessensvertreter*innen werden deshalb konkret einbezogen werden müssen, wenn soziale Angebote und Strukturen für die Zukunft weiterentwickelt werden sollen.
Die Diskussion zeigte zugleich, dass Zukunftsplanung nicht bedeutet, einen fertigen Weg oder ein feststehendes Ergebnis vorzugeben. Für einen Wohlfahrtsverband wird es vielmehr darum gehen, Unsicherheit auszuhalten, Zukunftsdenken einzuüben und den eigenen Möglichkeitsraum zu erweitern, ohne dabei die Menschen aus dem Blick zu verlieren, für die soziale Infrastruktur besonders wichtig ist.
Auch nach dem Podiumsgespräch wurde im Garten der Heilig-Kreuz-Kirche weiterdiskutiert. In zahlreichen Gesprächen griffen die Gäste Fragen aus der Fishbowl erneut auf und führten den Austausch darüber fort, wie die AWO zukünftige Entwicklungen gemeinsam mit den Menschen gestalten kann.