Team Mitgliederverband beim AWO Landesverband – Ein Kurzporträt
„Meine Mutter ist einsam. Könnte sie nicht regelmäßig durch die AWO besucht werden?“ Mit solchen Anfragen wenden sich Menschen immer wieder an die AWO. Hinter ihnen stehen oft ganz praktische Sorgen aus dem Alltag. Damit solche Anliegen nicht ins Leere laufen, gibt es im AWO Landesverband Berlin das Team Mitgliederverband. Es sorgt dafür, dass Menschen Wege finden, sich in unterschiedlicher Form in der AWO einzubringen.
Die AWO ist in Berlin vor allem als Träger zahlreicher sozialer Angebote bekannt. Gleichzeitig ist sie ein Mitgliederverband. Mitglieder und Engagierte prägen die Arbeit der AWO aktiv mit, bringen ihre Perspektiven ein und verleihen dem Verband eine sozialpolitische Stimme. Diese Gemeinschaft zu stärken und weiterzuentwickeln ist eine zentrale Aufgabe des Teams Mitgliederverband.
Das Team Mitgliederverband
Das Team besteht aus drei hauptamtlichen Mitarbeiter*innen: der Koordinatorin für Engagement, Barbara Canton, der Koordination für die Vorstandsarbeit, Dennis Barten und der Koordination für den Veränderungsprozess „AWO Berlin 2027 – Tradition, Wandel, Zukunft“, Aisling McCabe. Der Prozess „AWO Berlin 2027 – Tradition, Wandel, Zukunft“ wurde 2019 vom Vorstand der AWO in Berlin angestoßen. Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele Organisationen seit Jahren betrifft: Immer mehr Menschen engagieren sich, aber die langfristige Bindung durch eine Mitgliedschaft nimmt ab.
Im Rahmen dieses Veränderungsprozesses wurde deshalb die Vision eines sozialpolitischen Mitmachverbands entwickelt. Die AWO in Berlin soll ein Verband sein, der Mitglieder, Engagierte und hauptamtliche Mitarbeitende aktiv in seine praktische und sozialpolitische Arbeit einbezieht und Raum für Eigeninitiative bietet.
Um diese Vision umzusetzen, arbeitet das Team Mitgliederverband eng mit den Kreisverbänden zusammen. Gemeinsam wird geprüft, wo Strukturen verbessert werden können, damit die AWO in Berlin zugänglicher und offener für Mitglieder und Engagierte wird. Dabei entwickelt das Team gemeinsam mit einzelnen Kreisverbänden bestehende Ansätze weiter, stärkt die Bereiche Mitgliedergewinnung, Engagement und Kommunikation. So können funktionierende Lösungen schrittweise in andere Kreisverbände getragen werden.
Vielfältige Anfragen bei der AWO
Wenn etwa jemand anruft, weil die eigene Mutter sich einsam fühlt, kann daraus ein ehrenamtlicher Besuchsdienst entstehen. Im ehrenamtlichen Besuchsdienst der AWO Berlin besuchen Engagierte regelmäßig ältere Menschen, verbringen Zeit miteinander oder geben Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags. Die Besuchsdienste sind schwerpunktmäßig in Mitte, Pankow (AWO Kreisverband Berlin-Mitte), Neukölln (AWO Berlin Kreisverband Südost) und Steglitz-Zehlendorf (AWO Berlin Kreisverband Südwest) tätig.
Ein anderes Mal meldet sich ein junger Mann aus Syrien. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland und möchte sein Deutsch verbessern. Er wünscht sich jemanden, mit dem er regelmäßig sprechen kann. Solche Begegnungen entstehen zum Beispiel im Mentoringprojekt der AWO, in dem Mentor*innen und Mentees zusammengebracht werden. Mentees sind in diesem Projekt überwiegend Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung. Sie wünschen sich auch gemeinsame Freizeitunternehmung oder Ansprechpersonen für Behördenangelegenheiten. Die Trägerschaft des Mentoringprojektes liegt beim AWO Berlin Kreisverband Südost.
Und es melden sich Menschen, die selbst etwas anbieten möchten. Eine Künstlerin, ein Schneider oder eine Yogalehrerin hat eine Idee für einen Kurs oder eine gemeinsame Aktivität. Diese Engagierten suchen bewusst einen sozialen Rahmen, weil ihr Angebot auch Menschen erreichen soll, die sich kommerzielle Kurse nicht leisten können. Die Koordinatorin Engagement, Barbara Canton prüft dann gemeinsam mit Einrichtungen, wo ein solches Angebot passen könnte. Manchmal entsteht daraus auch etwas Neues. Eine Einrichtung entscheidet sich bewusst, Raum für eine Idee zu schaffen und ihr Angebot weiterzuentwickeln.
Angebote für Engagierte
Das Team Mitgliederverband unterstützt diese Prozesse und macht Engagementmöglichkeiten sichtbar. Eine wichtige Rolle spielt dabei der vierteljährliche Newsletter „AWO engagiert“, der über Projekte, Mitmachmöglichkeiten und Termine informiert. Außerdem organisiert das Team regelmäßig den AWO-Talk. In dem Onlineformat wird alle zwei bis drei Monate zu aktuellen sozialpolitischen Themen mit Mitgliedern, Mitarbeitenden und Engagierten der AWO sowie weiteren Interessierten diskutiert, moderiert von der Landesvorsitzenden Ülker Radziwill.
Auch neue Formate werden erprobt. Unter dem Motto „Kompetent solidarisch“ bietet der AWO Landesverband Berlin in diesem Jahr erstmals kostenlose Fortbildungen für Mitglieder und Ehrenamtliche an. Dabei soll Handlungssicherheit vermittelt werden, um in herausfordernden Situationen Unterstützung leisten zu können. Im Juni diesen Jahres stehen ein Workshop zum Umgang mit demokratiefeindlichen und diskriminierenden Äußerungen und eine Demenz-Partner-Schulung an.
Neben der Arbeit mit Engagierten unterstützt das Team auch die ehrenamtlichen Gremien des AWO Landesverbands. Es koordiniert Termine, bereitet Sitzungen vor, begleitet deren Durchführung und übernimmt Arbeitsaufträge. Das entlastet die ehrenamtlichen Funktionsträger*innen, sodass sie sich stärker auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren können.
Ob Besuchsdienst, Mentoring oder ein neuer Yogakurs im Stadtteiltreff: Hinter vielen dieser Aktivitäten steht die gleiche Idee. Menschen können bei der AWO einen Ort finden, an dem sie sich für andere einsetzen, eigene Ideen einbringen und gemeinsam an einem sozialen Berlin arbeiten können. Das Team Mitgliederverband sorgt dafür, dass aus einzelnen Anliegen konkrete Möglichkeiten für ein soziales Miteinander werden.