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Aus dem „Masterplan für Integration“ muss ein „Masterplan für Inklusion“ werden

Berlin, 29.04.2016

Die Berliner Arbeiterwohlfahrt (AWO) begrüßt die Initiative des „Masterplans für Integration und Sicherheit“. Er sollte aber zu einem „Masterplan für Inklusion“ weiter entwickelt werden.


Integration kann nicht gelingen, wenn Maßnahmen nur als kurzfristige Reaktion auf die Herausforderung durch die Zuwanderung von geflüchteten Menschen angelegt sind. Inklusion muss das Ziel sein. Es geht um die soziale Balance, um Teilhabe an Bildung, Ausbildung und dem Arbeitsmarkt. Es braucht aber auch Teilhabe an Gesellschaft, zum Beispiel in Form von politischer Partizipation.

Herausforderungen bei der Inklusion bestehen in Berlin seit vielen Jahren.
„Als Arbeiterwohlfahrt weisen wir schon lange darauf hin, dass Berlin als moderne Einwanderungsmetropole auch eine moderne und offene Zuwanderungspolitik braucht.“ Barbara König, Landesgeschäftsführerin der AWO weiß, wovon sie spricht. „Es fängt beim günstigen Wohnraum an, geht über zur Versorgung mit Kita- Plätzen und hört mit Sprach- und Integrationskursen noch lange nicht auf.“

Die Soziale Infrastruktur der Stadt muss für geflüchtete Menschen weiter geöffnet und ausgebaut werden, ohne dabei Menschen auszuschließen. „Nur so können wir verhindern, das soziale Gruppen gegen einander ausgespielt werden.“ ergänzt Ute Kumpf, die AWO Landesvorsitzende. „Als Arbeiterwohlfahrt kämpfen wir seit fast 100 Jahren für die Umsetzung unserer Grundwerte Freiheit, Toleranz, Gerechtigkeit, Demokratie und Solidarität. Diese Grundwerte leiten uns bei unserer Sozialen Arbeit mit rund 5.000 geflüchteten Menschen in unseren Einrichtungen.“ So Kumpf weiter.

Um die Soziale Arbeit der AWO in Berlin nachhaltig gestalten zu können, ist eine entsprechende zusätzliche finanzielle und politische Unterstützung entscheidend.
Der Masterplan liefert dafür gut Ansätze, die jetzt mit Leben gefüllt werden müssen. Dafür müssen strukturelle Schnittstellen und ein konkreter Zeitplan entwickelt werden. Ohne die finanziellen Ressourcen, der Aufgabenteilung zwischen den föderalen Ebenen und ohne die Einbindung der Verbände, droht dem Masterplan ein ähnliches Schicksal, wie dem „Masterplan zur Bekämpfung von Kinderarmut“. Dieser ist bis heute in keinem Bereich umgesetzt.