• #AWO
Saskia Krumbholz

Die Freiwilligendienste der Berliner AWO – Ein Kurzporträt

Freiwillige im FSJ und BFD demonstrieren gegen schlechte Bezahlung
Bildnachweis: Nicolai Alber / Good will | Medien

Als einer der größten Träger in Berlin und Brandenburg begleiten die AWO Freiwilligendienste jährlich ca. 400 Teilnehmer*innen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD). Für bis zu acht Freiwillige aus Frankreich wird zudem, im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, ein Einsatz in Berlin organisiert. Der gleichen Anzahl deutscher Freiwilliger wird im Gegenzug ein Dienst in Frankreich ermöglicht.

Die Freiwilligendienste kooperieren mit etwa 300 Einrichtungen aus allen Bereichen der sozialen Arbeit. Zu den beliebtesten Einsatzfeldern zählen Krankenhäuser, Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Kitas. Die pädagogischen Mitarbeiter*innen der AWO begleiten die Freiwilligen nicht nur während ihres Einsatzes in FSJ oder BFD, sondern unterstützen bereits beim Bewerbungs- und Vermittlungsverfahren. Im Bedarfsfall erfolgen Krisenintervention, Vor-Ort-Besuche und Beratung von Freiwilligen und Einsatzstellen. Ein weiterer Bestandteil des Freiwilligendienstes sind Bildungsseminare, die von Fachkräften konzipiert, durchgeführt und nachbereitet werden.

Ein FSJ bzw. BFD ist nach wie vor eine große finanzielle Herausforderung für die Freiwilligen, insbesondere in Berlin. Die Kosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Gleichzeitig ist das Taschengeld für Freiwillige begrenzt und gleicht diese Entwicklung der Kosten nicht aus. Diese Entwicklung ist nach wie vor eine der größten Hürden für den Zugang zu einem Freiwilligendienst.

Hinzu kommt eine politische Entwicklung bzw. Diskussion, um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und damit auch um eine Einführung eines sozialen Pflichtdienstes. Grundsätzlich lehnt die AWO jede Form eines Pflichtdienstes ab. Von einer möglichen Wiedereinsetzung der Wehrpflicht wäre die AWO jedoch unmittelbar betroffen. In seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Wehrdienstes – Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) nimmt der AWO Bundesverband diese Auswirkungen in den Blick und spricht sich deshalb dafür aus, die zivilen Dienste bei der Ausgestaltung des Neuen Wehrdienstes von Anfang an mitzudenken.

Die Freiwilligendienste im AWO Landesverband Berlin leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Weiterentwicklung sozialer Angebote in Berlin und Brandenburg. Damit auch zukünftig Menschen einen Freiwilligendienst machen können, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung erforderlich.

Aktuelles zu #AWO