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Javiera Gómez

Berliner Kundgebung zum Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November

Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen findet am nächsten Dienstag ab 16 Uhr am Brandenburger Tor, initiiert vom „Bündnis 25.11“ eine Kundgebung unter dem Motto „Lasst uns gewaltfrei leben! Kürzt ihr uns zu Tode?“ statt. Die Kundgebung wird den erneuten Anstieg von Gewalt betroffener Frauen* thematisieren sowie den von Kürzungen bedrohten Einrichtungen eine öffentliche Bühne geben.

Foto der Kundgebung gegen Gewalt an Frauen und FLINTA im Jahr 2024.
Bildnachweis: AWO Landesverband Berlin // Patrick Siebert

Organisiert wird die Kundgebung von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis von Trägern, Einrichtungen und Zivilpersonen, zu dem der AWO Landesverband Berlin gehört.

Die Veranstaltung stellt die zunehmende Gewalt gegen Frauen* (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans* und agender Personen) in den Mittelpunkt. 2024 wurden in Berlin 43.000 Frauen Opfer sexualisierter Gewalt, deutlich mehr als im Vorjahr. 29 Frauen wurden von ihren (Ex-) Partnern ermordet, sogenannte Femizide. Da es bis heute keine einheitliche Definition des Begriffs ‚Femizide‘ gibt, ist bei Morden an Frauen von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen, die nicht als Femizid in die Statistik eingeht.

Trotz dieser Entwicklungen plant der Berliner Senat für 2026 Kürzungen im Bereich Gewaltschutz und Gleichstellung. Betroffen sind unter anderem Frauenhäuser, Beratungsstellen, queere Beratungsangebote und Präventionsprojekte. Hilfsangebote müssen reduziert oder ganz eingestellt werden, Fachkräfte verlieren ihre Arbeitsplätze, Stellen werden reduziert. Die beteiligten Organisationen und Verbände mahnen an, dass die Kürzungen den notwendigen Schutz und die Unterstützung für Betroffene weiter einschränken und das bei steigenden Fallzahlen.

Forderungen des Bündnisses

Das Bündnis 25.11. fordert:

  • Schutz und Sicherheit für jede gewaltbetroffene Frau* noch am selben Tag
  • dass Kinder nicht bei gewalttätigen Vätern bleiben oder diese weiter besuchen müssen
  • schnelle und unbürokratische Hilfe für Betroffene
  • ernsthafte und kompetente Unterstützung durch Polizei, Jugendämter, Familiengerichte und weitere öffentliche Stellen
  • ausreichend Beratungs- und Therapieplätze
  • Maßnahmen zur finanziellen Unabhängigkeit von Frauen/FLINTA+
  • verpflichtende Täterarbeit für Männer, die Gewalt ausüben

Natalia Wörner wird als Schirmfrau die Veranstaltung eröffnen. Im Programm sind u.a. Reden des Migrantinnenforums sowie von MaMis en Movimiento e.V. und dem Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V. vorgesehen. Auch Vertreter*innen von Einrichtungen, die von den geplanten Kürzungen betroffen sind sowie weitere Initiativen werden zu Wort kommen. Für den AWO Landesverband Berlin spricht Birgit Münchow, Fachreferentin für Frauen, Gleichstellung & LSBTI*, zu den Femiziden 2022–2025. Ergänzt wird das Programm durch Choreographien des Mädchen- und Jugendsportzentrums Centre Talma und musikalische Beiträge des Siren Choir. Zudem ist eine Schweigeminute für die in diesem Jahr getöteten Frauen geplant. Eine Vertretung der Berliner Landesregierung wurde eingeladen, das gemeinsame Forderungspapier des Bündnisses vor Ort entgegenzunehmen.

Die Kundgebung beginnt am 25. November um 16 Uhr am Brandenburger Tor. Teilnehmende werden gebeten, orangefarbene Kleidung in Anlehnung an die Orange Days zu tragen und Trillerpfeifen sowie Plakate mitzubringen. Auch Männer sind ausdrücklich eingeladen, Solidarität zu zeigen und Freund*innen, Kolleg*innen und Nachbar*innen mitzubringen.

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