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Warnstreik in Berliner AWO-Einrichtungen – Solidarität mit unseren Mitarbeitenden

13.04.2016

Für den morgigen Tag hat die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (ver.di) die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer in den Berliner AWO-Einrichtungen zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert die tarifliche Angleichung an den Tarifvertrag der Länder (TV-L Berlin).

„Ein Warnstreik ist selbstverständlich legitim. Als Arbeitgeber teilen wir das Ziel, die Angleichung zum TV-L auf den Weg zu bringen. Die konkreten Schritte auf diesem gemeinsamen Weg sind allerdings Teil der Tarifverhandlungen, die ja jetzt erst starten!“ äußert sich die Landesgeschäftsführerin Barbara König zum Warnstreik.

Die erste Tarifrunde findet am 19. April 2016 statt. Unter der Führung des AWO-Arbeitgeberverbandes verhandelt für die Berliner AWO eine Tarifkommission aus den AWO-Kreisverbänden, der AWO pro:mensch gGmbH und dem AWO-Landesverband. Das ist neu: bislang hat jede Ebene nur für sich verhandelt. „Wir wollen die tarifliche Gleichstellung aller Mitarbeitenden in der Berliner AWO. Deshalb haben wir die AWO-Tarifgemeinschaft gegründet. Das ist unerlässlich, um die qualitativ hochwertige Arbeit unserer Beschäftigten zu würdigen!“ erläutert Barbara König.

Zur Angleichung an den TV-L hat die AWO erste Schritte bereits im Januar 2016 auf den Weg gebracht und ver.di zusätzlich ein weitergehendes Angebot unterbreitet. Sie hat die Löhne und Gehälter um 1,8% angehoben und außerdem für jede Vollzeitstelle im Januar eine Einmalzahlung von 250,00 € geleistet, Teilzeitstellen anteilig.

„Auch wir wollen gerechte Löhne in der sozialen Arbeit! Unsere Forderungen richten sich an die Berliner Politik. Unser Ziel ist ebenfalls die angestrebte Angleichung an den Berliner TV-L. Wir können diesen Weg aber nicht allein beschreiten. In den Gewerkschaften sehen wir starke Partner für unsere Forderungen“, so König weiter.

Seit Jahren kämpft die AWO für eine auskömmliche Finanzierung der Sozialen Arbeit, um die hohen qualitativen Standards in den AWO-Einrichtungen zu halten.

In der Tarifgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt in Berlin sind rund 1.600 hauptamtliche Mitarbeitende beschäftigt. Als Mitgliederverband zählt die Berliner AWO derzeit ca. 6.500 Mitglieder. Darüber hinaus engagieren sich rund 900 Menschen ehrenamtlich. Die AWO ist in verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit tätig, so unter anderem in der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, der Seniorenarbeit, der Migrationsarbeit, der Wohnungslosenhilfe etc. Die AWO betreibt z.B. über 50 Kitas mit rund 6.000 Plätzen und derzeit 13 Flüchtlingseinrichtungen in Berlin. Weiteres www.awoberlin.de