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Qualitätsverbesserung für Kitas sofort umsetzen!

28.01.2016Mit Unverständnis haben die Verbände der freien Wohlfahrtspflege den Gesetzentwurf von SPD und CDU zur Kenntnis genommen, der die versprochenen Personalverbesserungen in den Kitas regeln soll.

In dem Entwurf, der heute im Abgeordnetenhaus eingebracht wird, soll auch der kostenlose Besuch der Kita für Kinder unter drei Jahren beschlossen werden. Damit wird ab dem 1.8.2017 der Kita-Besuch für fast alle Kinder kostenfrei sein. Gleichzeitig wird die Verbesserung der Personalausstattung in den Kitas auf die lange Bank geschoben. Denn erst ab dem 1.8.2019, also noch zwei Jahre später, soll sich der Personalschlüssel um ein Kind je pädagogische Fachkraft für die Kinder unter drei Jahren verbessert haben.

Dazu erklären die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin und der Dachverband der Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS): Die Befreiung der Familien von den Kosten der Kindertagesbetreuung in den Kindertagesstätten wird bereits für fast alle Kinder bis zum 1.8.2017 vollzogen. Ohne eine gleichzeitige entsprechende Aufstockung des Personals droht der bisherige Dreiklang – Ausbau, Qualitätsverbesserung und Beitragsfreiheit –  in eine Schieflage zu geraten. Die Berliner Wohlfahrtsverbände und der Dachverband der Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) fordern die Abgeordneten auf, im Sinne der Familien und der zu betreuenden Kinder, die Personalausstattung mit den im Landeshaushalt 2016/2017 zur Verfügung gestellten Mitteln zu verbessern. Die Mittel für eine schnellere Umsetzung sind nach den Haushaltsbeschlüssen bereits jetzt schon vorhanden! Nur so lassen sich die im Berliner Bildungsprogramm dargelegten Anforderungen für die jüngsten Kinder erreichen. Berlin liegt schon heute in der Personalausstattung der jüngsten Kinder deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt und wird diesen auch in den kommenden Jahren nicht erreichen. Eltern wünschen sich gerade für die Betreuung ihrer jüngsten Kinder eine spürbar bessere Personalausstattung.

Im Gesetzentwurf fehlen folgende bereits im Landeshaushalt berücksichtigte Punkte:

  • die Verbesserung der Personalausstattung in den sogenannten Brennpunktgebieten
  • die Einführung von zwei Anleitungsstunden zur Begleitung der berufsbegleitenden Ausbildung im ersten Ausbildungsjahr.
Die Verbände halten darüber hinaus eine Entlastung der Kitaleitungen im Sinne der geforderten Qualitätsverbesserungen für dringend geboten.