Inhalt

Jahresempfang der Berliner Arbeiterwohlfahrt - "Kommt die Wohlfahrt unter die Räder?"

Ist das Thema Subsidiarität und die Rolle der Wohlfahrtsverbände in Berlin eher ein Auslauf- oder ein Zukunftsmodell? Diese zentralen Fragen beschäftigten die rund 200 geladenen Gäste beim gestrigen Jahresempfang der Berliner Arbeiterwohlfahrt.

„Wie kann es sein, dass bspw. im Zuge einer Interimsvergabe für eine Berliner Flüchtlingseinrichtung plötzlich ein norwegisches Privatunternehmen den Zuschlag erhält und nicht ein erfahrener Träger der Freien Wohlfahrtspflege aus Berlin?“, wunderte sich Ute Kumpf, Vorsitzende des AWO Landesverbandes Berlin, in ihrer Eröffnungsrede und liefert damit ein gängiges Beispiel aus der Praxis. Kommt die Wohlfahrt unter die Räder?

Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, betont, welche bedeutende Rolle die Wohlfahrtspflege auch in Zukunft einnehmen wird. „Berlin wächst und verändert sich. Das führt auch zu neuen sozialen Herausforderungen. Lösungen finden wir nur gemeinsam mit einer starken Wohl-fahrtspflege. Wie unverzichtbar das ist, zeigte sich 2015 bei dem Zuzug tausender Geflüchteter. Ohne die engagierte und kompetente Arbeit der AWO hätte das Land Berlin das nicht geschafft!“

Auch der stellv. Präsident des AWO Bundesverbandes, Prof. Dr. Thomas Beyer, hebt in seiner Rede die Unverzichtbarkeit der Wohlfahrtsverbände hervor und macht deutlich, „Freie Wohlfahrtspflege ist ein unverzichtbarer Teil unserer Sozialstaatlichkeit. Sie sollte sich dessen stärker bewusst sein – im Anspruch an sich selbst und die daraus folgende Verantwortung; aber eben auch in einem Auftritt nach außen, kritisch-selbstbewusst, innovativ und im besten Sinne des Wortes gemeinnützig.“

Im Rahmen eines abschließenden Fish Bowl hatten die Gäste, unter ihnen die beiden Staatssekretärinnen Sigrid Klebba und Barbara König, Bruni Wildenhein-Lauterbach, Mitglied des Abgeordnetenhauses sowie die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, Prof. Barbara John, Gelegenheit, sich mit ihren Fragen direkt an Senatorin Kolat und den stellvertretenden Präsidenten des AWO Bundesverbandes zu richten. Oliver Bürgel, Landesgeschäftsführer der AWO Berlin, moderierte die Diskussion, die sich um die zentralen Themen wie Wohnraummangel, Pflege, Tarif und Zuwendungen sowie Innovation bewegte.

PM_AWO Jahresempfang_08092017.pdf

Dateigröße: 0,07 MB, application/pdf