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Informationen für Einsatzstellen

Sie können sich vorstellen, in Ihrer Einrichtung mit Freiwilligendienstleistenden zu arbeiten? Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen Überblick über die Kosten, den Ablauf und unseren Anspruch an das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) geben.

Der AWO Landesverband Berlin ist seit vielen Jahren anerkannter Träger für beide Dienste, das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst. Wir arbeiten erfolgreich mit mehr als 500 Einsatzstellen aus dem Sozialen Bereich in Berlin und Brandenburg zusammen.
Bitte richten Sie konkrete Anfragen mit uns als Träger im FSJ und/oder im BFD zusammenzuarbeiten per Mail an freiwilligendienste@awoberlin.de.

Ob 1er Abitur oder Asylentscheid: Wir stehen für gelebte Solidarität und einen guten Freiwilligendienst im Sozialen Bereich für jede*n Bewerber*in

Die Werte der Arbeiterwohlfahrt – Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – bestimmen unsere Arbeit. Das heißt u.a., dass wir Freiwillige, die sozial oder körperlich benachteiligt sind oder Fluchterfahrung haben, besonders fördern.
Zu unseren Einsatzstellen gehören Kitas, Kinderläden, betreutes Kinder- und Jugendwohnen, Krankenhäuser, Jugendkulturzentren, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Einrichtungen der Altenhilfe, Migrationsberatungsstellen oder Unterkünfte für Geflüchtete. Von der Charité und Vivantes bis hin zu kleinen Kiezprojekten – die Einsatzstellen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind bewusst so vielfältig und decken sämtliche Bereiche der sozialen Arbeit ab, um ganz unterschiedlichen Bewerber*innen einen passenden Freiwilligendienst zu ermöglichen.
Wir bieten im BFD zusätzlich zu den unter 27-jährgen auch die Möglichkeit eines Dienstes für Menschen über 27 Jahren sowie ein gut laufendes Sonderprogramm für Geflüchtete an. Darüber hinaus bieten wir seit vielen Jahren ein Deutsch-Französisches Austauschprogramm im FSJ an. Zudem tragen wir das Alpha-Siegel. Das Siegel wurde uns verliehen, da wir einige Barrieren für Bewerber*innen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben abgebaut haben und auch diese Zielgruppe mit unseren Angeboten erreichen wollen.

Ablauf und Charakter eines FSJ / BFD

Das FSJ und der BFD unterscheiden sich formal und inhaltlich nur geringfügig voneinander. Beide sind soziale Bildungs- und Orientierungsjahre, stehen allen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren offen und dauern typischerweise 12 Monate. Der übliche Beginn ist der 1. September eines Jahres. Ein Beginn zu einem früheren oder auch späteren Zeitpunkt ist nach Absprache ebenfalls möglich. Die Mindestdauer liegt bei 6 Monaten, möglich ist eine Verlängerung bis zu 18 Monaten. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt im FSJ 39 Stunden. Im BFD ist sie abhängig von Ihrem Tarifrecht. Es gibt 30 Urlaubstage pro Jahr im FSJ. Im BFD richtet sich der Urlaubsanspruch nach Ihrem Tarifrecht, beträgt aber mindestens 24 Tage. Wichtiger und verbindlicher Bestandteil sind zudem 25 Bildungstage pro Jahr, die hauptsächlich durch uns als Träger in 5 Wochen à 5 Tagen durchgeführt werden. Im BFD besteht die Besonderheit darin, dass auch Menschen über 27 Jahren einen Freiwilligendienst machen können. Bei dieser Zielgruppe kann der Dienst auch in Teilzeit geleistet werden und 21 – 40 Stunden pro Woche betragen. Pro Monat wird hier 1 Seminartag organisiert. Außerdem können im BFD auch Einsatzstellen anerkannt werden, in denen es vorwiegend kulturelle, technische oder organisatorische und weniger soziale Aufgaben gibt. Auch im Bundesfreiwilligendienst für Geflüchtete (BFDmF) besteht die Möglichkeit für unter und über 27-Jährige einen Dienst in Teilzeit zu leisten.

Wichtig bei beiden Freiwilligendiensten ist die Verpflichtung zur Arbeitsmarktneutralität. Ein arbeitsmarktneutraler Einsatz bedeutet, dass die Freiwilligen ergänzende und unterstützende Tätigkeiten ausführen. Sie dürfen nicht die Arbeit der jeweiligen Fachkräfte ersetzen. Selbstverständlich darf und soll im Laufe des Jahres mehr Verantwortung von den Freiwilligen übernommen werden. Ziel eines FSJ oder BFD ist es, wertvolle Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln, wichtige soziale Kompetenzen zu erlernen sowie Orientierung für die weitere Ausbildung und die Berufswahl zu erhalten.

Kosten und Anerkennung als Einsatzstelle

Kosten für die Einsatzstellen
In beiden Formaten stellen wir Einsatzstellen für den monatlichen Einsatz von Freiwilligen eine Einsatzstellenumlage in Rechnung. In dieser Umlage sind das Taschengeld, die Sozialversicherungsbeiträge, eine Verwaltungspauschale sowie ein Eigenbetrag zur pädagogischen Begleitung enthalten. Letzter Posten stellt eine der Grundlagen für unsere pädagogische Arbeit (z.B. Seminare) dar. Die Beträge der Einsatzstellenumlage variieren im FSJ und BFD.

Für einen FSJ-Platz liegen die Kosten bei 605 € pro Monat. Davon werden das Taschengeld der Freiwilligen (325 €), die Sozialversicherungsbeiträge sowie die gesamten Kosten für die Pädagogische Begleitung sowie die Verwaltungspauschale geleistet.

Für eine*n Freiwillige*n im BFD unter 27 Jahren liegen die Kosten bei 642 € pro Monat. Die Leistungen sind identisch wie beim FSJ. Allerding bekommen Einsatzstellen im BFD vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) pro Monat 250 € (bei unter 27-Jährigen) bis 350 € (bei über 27-Jährigen) für das Taschengeld und die Sozialversicherungsbeiträge zurückerstattet

Die Kosten für einen BFD-Platz für Freiwillige über 27 Jahren für Sie als Einsatzstelle hängen von mehreren Faktoren (z.B. Teilzeitbeschäftigung, ALG II-Fortzahlung) ab. In der Regel berechnen wir Ihnen bei ü27-Jährigen die Kosten für unsere pädagogische Begleitung und die Verwaltungsabläufe in Höhe von 100 € pro Monat. Die übrigen Leistungen wie die Taschengeldzahlungen, die Abführung der SV-Beiträge übernehmen Sie als Einsatzstelle. Sie können bei Vollzeit ein Taschengeld bis zu 390 € pro Monat zahlen, wir empfehlen mindestens 325 €.

Anerkennung als Einsatzstelle
Wenn Sie einen oder mehrere FSJ- oder BFD-Plätze in Ihrer Einrichtung schaffen wollen, dann möchten wir zunächst von Ihnen genauer wissen, um welches Arbeitsfeld und welches Ziel es geht, wie sich Ihr Team zusammensetzt, welche Aufgaben die Freiwilligen übernehmen sollen und wie eine gute und kontinuierliche Anleitung innerhalb Ihrer Einsatzstelle sichergestellt wird.  Bitte richten Sie konkrete Anfragen mit uns als Träger im FSJ und/oder im BFD zusammenzuarbeiten per Mail an [E-Mail anzeigen].

Wir schicken Ihnen dann unser entsprechendes Informationspaket mit allen relevanten Unterlagen zu. Bitte beachten Sie, dass für die Zusammenarbeit im BFD eine formale Anerkennung als Einsatzstelle beim BAFzA notwendig ist. Den Antrag auf Anerkennung schicken wir Ihnen nach der ersten Anfrage gerne zu. Außerdem müssen Sie mit uns eine finanzielle Vereinbarung eingehen. Wir schließen die Vereinbarungen mit unseren Einrichtungen stets für ein Jahr ab und fragen Sie jedes Jahr, ob Sie die Zusammenarbeit mit uns fortsetzen wollen. Sie müssen selbstverständlich nur für die Monate, die ein Platz tatsächlich auch belegt ist, die oben genannten Kosten an uns zahlen. Die Finanzielle Vereinbarung bildet die Grundlage für die Vermittlung von geeigneten Bewerber*innen.
Sehr gerne stehen wir für ein erstes Gespräch zu den Anforderungen zur Verfügung. Auch zu den organisatorischen Abläufen der Vereinbarung, etwa der Erstattung, die Sie vom BAFzA erhalten, beraten wir Sie gerne.

Bewerbungs- und Vermittlungsverfahren

Spätestens sobald Sie eine von uns anerkannte Einsatzstelle sind, kommen wir zu einem Anerkennungsbesuch bei Ihnen vorbei, um ein noch besseres Bild von den Anforderungen für die Freiwilligen zu bekommen. Dann beginnt unsere Suche nach passenden Bewerber*innen.

Interessierte bewerben sich in der Regel per E-Mail oder Post bei uns. Wir sichten die Bewerbungen und laden regelmäßig zu Kennenlern-Gesprächen ein, in denen wir genauer herausfinden, in welchem Bereich die Bewerber*innen am besten eingesetzt werden wollen. Wir versuchen neben dem Einsatzfeld auch immer die Wohnortnähe bei Vermittlungsvorschlägen zu berücksichtigen. Daraufhin vereinbaren die Bewerber*innen mindestens einen Hospitationstag vor Ort in Ihrer Einrichtung, damit alle Beteiligten sich hinreichend kennengelernt und über die Einsatzbedingungen informiert haben, bevor es zu einer FSJ- oder BFD-Vereinbarung kommt.

Die meisten Bewerbungen bekommen wir erfahrungsgemäß für einen Beginn im Sommer. Aber auch zu anderen Jahreszeiten gehen Bewerbungen bei uns ein. Selbstverständlich können auch Sie als Einsatzstelle mit geeigneten Bewerber*innen an uns herantreten.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Die konkreten Ansprechpartner*innen für die beiden Formate finden Sie hier:

Ansprechpartner*innen im FSJ
Ansprechpartner*innen im BFD