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Fußball-Diversity-Projekt "Viele Bälle, mehr..."

Mehr was? – Auf jeden Fall jede Menge Spaß.  Und das war längst nicht alles beim ersten AWO-Fußball-Diversity Turnier.

Fußball bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen – Geschlecht, Alter, besondere Beeinträchtigungen oder Herkunft  stellen hier nur eine Auswahl an Unterschieden dar.

Wir leben in Berlin in einer stark heterogenen Stadt, in der wir jeden Tag aufs Neue unser Zusammenleben im Kleinen aushandeln. Sicher haben wir mit dem Grundgesetz ein fundamentales Regelwerk und auf dem Platz Schiedsrichter, die bei einem Faul abpfeifen. Aber in unserer Gesellschaft sind wir alle auch aktive Spieler*innen.

Was also – wenn wir selbst einmal die Regeln für unser Zusammenspiel miteinander neu aushandeln? Im Rahmen der diesjährigen Aktionswoche hat sich die kleine Projektgruppe um Kirstin Schüssler (Leiterin der AWO Freiwilligendienste in Berlin) und Leonie Sagemüller (Projektkoordinatorin) diesen Anspruch an ihr Fußballturnier gesetzt. Hierbei spielte der Begriff Diversity eine wichtige Rolle.

Diversity bedeutet Diversität oder auch Vielfältigkeit. Die Arbeiterwohlfahrt folgt der Vielfaltssensibilität bereits seit vielen Jahren als Grundbaustein ihrer Sozialen Arbeit und auch als Arbeitgeber ist es schon lange Prinzip, Vielfältigkeit als Potenzial zu verstehen.

In diesem Rahmen haben die Organisatorinnen also kein gewöhnliches Turnier auf die Beine gestellt.

Das Konzept des „klassischen“ Turniers wurde im Vorfeld um diversitätsbewusste Bildungsarbeit erweitert. Bevor es am 20. und 21. Mai in der Behmstraße auf den Rasen ging, wurde zwei Tage lang gemeinsam in der AWO Spukvilla in Workshops gearbeitet. Ziel war  die gemeinsame Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen und vielfältigen Lebenswelten der etwa 20 Teilnehmenden sowie die Entwicklung eigener Regeln und alternativer Spielziele im gegenseitigen Austausch, die „Besonderheiten“ aller Spieler*innen miteinzubeziehen und ein faires  Spiel zu schaffen. Bei der Teambildung heißt dies u.a. auch die jeweilige körperliche Konstituierung mit einzubeziehen – ohne dabei zu diskriminieren. Die Diversität der Spieler*innen wird so zur Normalität. Nichts anderes meint auch Inklusion.

Inklusion betrachtet eine heterogene Gesellschaft als „Normalzustand“ und versteht deren Diversität als Potenzial.

Althergebracht gebrachte Rollenbilder werden dabei genauso unter die Lupe genommen, wie die generelle Frage nach Gewinner*innen und Verlierer*innen. Alternative Spielziele wie die Fair-Play Wertung wirbeln die Ergebnisse abschließend nochmal ordentlich durcheinander und zeigen neben den geschossenen Toren eine andere Perspektive. Eines ist klar – gewonnen haben alle, die dabei waren.