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Die Zukunft des Ehrenamtes auf dem Fachtag Engagementförderung

Auf Einladung der Berliner AWO kamen am 12.04.2018 Gäste aus ganz Berlin in das Theater im Palais um über die Möglichkeiten und die Zukunft des Ehrenamtes zu diskutieren. Freiwilliges Engagement ist innerhalb der AWO seit jeher ein wesentliches und zentrales Thema. Auch deshalb fanden viele Interessierte den Weg in das Palais am Festungsgraben in Berlin Mitte.

Nach einleitenden Worten von Monika Helbig, Gastgeberin der Tagung und Ehrenamtsbeauftragte der Berliner AWO, sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden des Berliner AWO Landesvorstandes, Detlef Schuster, übernahm Susanne Rindt vom AWO Bundesverband die Bühne. Sie näherte sich dem Thema von der wissenschaftlichen Seite. In diesem Zuge stellte sie u. a. elementare Ergebnisse des aktuellen „Freiwilligensurvey“ vor. Insgesamt sind demnach 43,6% aller Menschen in Deutschland über 14 Jahre freiwillig engagiert. Auffällig ist allerdings hierbei, dass sich die „Engagementunterschiede“ in Bezug auf Bildungsgruppen weiter vergrößert haben. So sind im Bereich der eher niedrigen Bildung lediglich 28,2% der Menschen freiwillig engagiert, während der Prozentsatz im Bereich mit eher hoher Schulbildung bei 52,3% und damit unverhältnismäßig höher liegt. Vor allem diese Erkenntnis sollte durchaus Anlass zur Sorge sein.

Olaf Ebert, Geschäftsführer der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e. V., zeigte anschließend auf, welche Bedeutung eine Freiwilligenagentur für das Engagement haben kann. Die Projekte in Halle/Saale reichen von Vorlese- und Leselernpaten, über Ankommenspatenschaften und Seniorenbesuchsdiensten bis hin zum Freiwilligentag Halle – ein beeindruckendes Portfolio freiwilliger, sozialer Angebote.
Carola Schaaf-Derichs berichtete in der Folge von der operativen Seite ihrer Arbeit mit Freiwilligen. Insbesondere die notwendigen Voraussetzungen in den Einrichtungen, der „richtige“ Umgang mit Ehrenamtlichen und das Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt standen im Mittelpunkt des Vortrages der Geschäftsführerin der Landesfreiwilligenagentur Berlin e. V.

Aus Erfurt war Lisa Reinhold angereist. Sie ist Referentin für ehrenamtliche Arbeit im AWO Landesverband Thüringen und brachte den Teilnehmern praktische Beispiele aus Thüringen mit. Ganz besonders wurde von ihr die Idee der Fördervereine erläutert. Hiervon gibt es bei der Thüringer AWO bereits mehr als 60. Als interessanten Zusatznutzen wurde von Lisa Reinhold auch eine mögliche Verjüngung der AWO Mitgliederschaft bspw. durch die Eintritte in Kita-Fördervereinen ins Spiel gebracht.
Nach der Veranstaltung zeigte sich Monika Helbig, die den Fachtag gemeinsam mit der ehemaligen Landesvorsitzenden Ute Kumpf und  Dr. Sandy Neugebauer vom Berliner Landesverband organisiert hat, zufrieden. „Für die Zukunft der AWO ist freiwilliges Engagement von ausgesprochen hoher Bedeutung. Wir möchten insbesondere die AWO-Kreisverbände zur Erprobung neuer Ideen ermuntern. Die Fachtagung war hierfür ein weiterer guter und wichtiger Schritt.“, so Monika Helbig.