Inhalt

Die Bekämpfung von Kinderarmut passt nicht in Schubladen!

Berlin, 31.08.2016

Am gestrigen Dienstag hat der Senat nach fünf Jahren eine Strategie zur „Bekämpfung von Kinderarmut und Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabechancen“ beschlossen. Als einziger Handlungsauftrag ist ein Monitoring geplant. Das ist nicht ausreichend. Die AWO setzt auf konkrete Initiativen in der kommenden Legislaturperiode.

„Ein Monitoring lindert die Armut nicht – bei der Kinderarmut haben wir kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit.“, fordert Barbara König, Landesgeschäftsführerin der AWO an dieser Stelle nicht zum ersten Mal. Es fehlen klare Ziele und Handlungsempfehlungen. Bereits im Vorfeld hat die AWO für eine Steuerungsstruktur analog zum „Netzwerk Kinderschutz“ geworben.

Der gesamte Prozess um das Strategiepapier zur „Bekämpfung von Kinderarmut und Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabechancen in Berlin“ gleicht - so kurz vor der Wahl - eher einem Lippenbekenntnis. Deshalb fordert die AWO die Weiterentwicklung der Strategie in der nächsten Legislaturperiode. Sie hofft, dass dabei gute Vorschläge von den Mitgliedern der Arbeitsgruppen, wie zum Beispiel vom Berliner Familienbeirat und die Landesarmutskonferenz, genutzt werden. Und die AWO hofft auf konkrete Maßnahmen sowie auf eine echte ressortübergreifende Strategie. Die Familienzentren müssen ausgeweitet und Zugangsschwellen abgebaut werden, vor allem in Kiezen mit hoher Armutsquote. „Wir müssen das Schubladen-Denken überwinden. Armut passt nicht in die Schubläden der Senatsverwaltung: morgens Bildung, mittags Arbeit, abends Gesundheit. Es geht ja um den Alltag von Menschen. Der muss ressortübergreifend in den Blick genommen werden!“, so König weiter. Für die kommende Legislatur bleibt dieses Thema ein Schwerpunkt – und für die neue Regierung viel zu tun!

AWO_PM_Senatsbeschluss_Kinderarmut.pdf

Dateigröße: 0,07 MB, application/pdf