Inhalt

Die AWO Berlin fordert: Kinder- und Familenarmut entschieden bekämpfen!

Nach 5 Jahren liegt nun endlich der Entwurf für eine ressortübergreifende Strategie gegen Kinder- und Familienarmut unter Federführung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales vor. Für den AWO Landesverband e.V. Berlin hat es mindestens 4 Jahre zu lange gedauert.

Die Regierungskoalition hat sich 2011 das Ziel gesetzt, Armut zu bekämpfen und Armutsrisiken in Berlin zu mindern. „Bei der Kinderarmut haben wir kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit.
Arme Kinder warten nicht auf eine Strategie, sondern auf Unterstützung. Wenn wir jetzt nicht handeln, verkommt die Senatsvorlage zu einem Papiertiger!“, befürchtet Barbara König, Landesgeschäftsführerin der AWO Berlin.
Eine gemeinsame Endabstimmung war für Mai 2015 geplant. Drei Monate vor der Wahl wird kaum noch etwas umgesetzt werden.
„Von einem neu gewählten Senat erwarten wir als AWO ein klares und deutliches Bekenntnis zur Bekämpfung von Kinderarmut. Der Senat muss endlich Nägel mit Köpfen machen und zum Beispiel in die Stadtteile mit hoher Kinderarmut mehr Geld investieren.“, fordert auch die Landesvorsitzende der Berliner AWO, Ute Kumpf.
„Nägel mit Köpfen“, ergänzt Barbara König, „erfordern auch Haushaltsmittel. Denn klar ist, die Bekämpfung von Kinderarmut ist nicht kostenneutral.“ Es gibt bereits gute Projekte für die Alleinerziehenden. Sie wollen Frauensenatorin Dilek Kolat und Jugendsenatorin Sandra Scheeres bei der Jobsuche unterstützen und auf Bundesebene Verbesserungen beim Unterhaltsvorschuss erreichen.
Insgesamt müssen Strategien und Maßnahmen Ressortübergreifend ansetzen. Armutsbekämpfung ist ein Querschnittsthema und muss auch als solches von allen Senatsverwaltungen angegangen werden.