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AWO Landesverband Berlin: Beitragsfreiheit für Kitas nicht auf Kosten des Betreuungsschlüssels

Berlin, 02.03.2016

Beitragsfreiheit für Berliner Kitas. - Die  Vision ist gut, aber zuerst muss die Realität stimmen!

Anlässlich der Pläne der Regierungskoalition zur Kita-Politik erklärt Ute Kumpf, Vorsitzende des AWO-Landesverband Berlin e.V. skeptisch:
„Die Berliner AWO unterstützt die Pläne von Bildungssenatorin Sandra Scheeres zum Ausbau der Kita-Plätze. Berliner Familien brauchen dringend mindestens 14.000 zusätzliche Kita-Plätze – zählt man die anstehende  Anpassung der Bevölkerungsprognose  dazu, werden wir akut sogar noch mehr benötigen.

Aber nicht um jeden Preis. Neben der Quantität muss auch die Qualität gestärkt werden. Die Gebührenfreiheit für Kinder unter drei Jahren sollte so lange verschoben werden, bis ein pädagogisch angemessener Betreuungsschlüssel erzielt werden kann!“

Ab 2019 soll zwar für unter Dreijährige nur noch eine Erzieherin oder ein Erzieher für vier Kinder, statt wie bisher für fünf zuständig sein. Dennoch bleibt diese Quote weit hinter allen wissenschaftlichen Standards ( eine päd. Fachkraft  für drei Kinder ) und den Forderungen des Berliner Kita-Bündnisses zurück.

Die komplette Beitragsfreiheit haben im Übrigen Eltern und Fachleute nie von der Politik gefordert. Eltern wollen ihren solidarischen Anteil für eine qualitativ hochwertige Betreuung und frühen Bildung ihrer Kinder tragen. Es bleibt also bis auf weiteres eine gute Vision, aber zunächst muss die Realität in den Berliner Kitas stimmen!