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9. Berliner Sozialgipfel „Ethik statt Monetik“

05. Oktober 2018
Autoren: Maria Lingens/Markus Galle

Am 9. Oktober 2018, um 17:00 Uhr, findet der mittlerweile 9. Berliner Sozialgipfel im IG Metall Haus (Alwin-Brandes-Saal, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin) statt. Unter Federführung des DGB Berlin-Brandenburg, wird der Gipfel von insgesamt neun starken und wichtigen Institutionen aus dem sozialen Bereich Berlin-Brandenburgs veranstaltet. Zu diesen Institutionen gehört auch der AWO Landesverband Berlin, der sich beim diesjährigen Treffen insbesondere für den Bereich Kindertagesstätten verantwortlich zeichnet und seit langem nachdrücklich fordert, dass sich soziale Arbeit wieder lohnen muss. Hierzu positioniert sich der AWO Landesverband Berlin mit den folgenden Worten:

„Die Arbeit mit Menschen ist eine unbestritten wichtige Aufgabe für unsere Gesellschaft. Die zum Teil unzureichende Entlohnung ist jedoch ein elementarer Grund für den mittlerweile massiven und bundesweiten Mangel an Fachkräften in den sozialen Berufen. Eine gemeinsame, von Trägern, Verbänden, Kostenträgern und Politik initiierte Offensive für Kindertagesstätten, Altenhilfe und soziale Arbeit ist dringend erforderlich. Diese Arbeitsfelder müssen attraktiv gestaltet und zukunftssicher aufgestellt werden. Wenn eine solche Initiative ausbleibt, werden Kranke, alte Menschen und andere Personen in Notlagen die Leidtragenden dieser verfehlten Politik sein.

Anlässlich des 9. Berliner Sozialgipfels fordert die AWO deshalb:

1. Soziale Berufe müssen gesellschaftlich anerkannt und aufgewertet werden. Dazu   
    braucht es eine bessere Bezahlung der Fachkräfte und gute Arbeitsbedingungen.
2. Die Tarife für soziale Arbeit und Pflege müssen so gestaltet werden, dass die dort 
    Tätigen wieder gut von ihrer Arbeit leben können. Sie brauchen Rahmenbedingungen,
    die es ihnen ermöglichen, den Beruf für viele Jahre auszuüben.
3. Die Finanzierung freier Träger muss dahingehend angepasst werden, dass diese ihre
    Mitarbeiter*innen ebenfalls nach den öffentlichen Tarifen bezahlen können.

Insbesondere im Bereich der Berliner Kindertagesstätten und bei der Ganztagsbetreuung an Grundschulen sind schnelle Schritte dringend erforderlich. Die Anforderungen an Kindertagesstätten sind in den letzten 10 Jahren stark gewachsen: Bildungsprogramme, Sprachbildung, Integration und Inklusion, Beteiligung (Partizipation) der Kinder oder Kinderschutzverfahren erfordern zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Bezahlung der pädagogischen Fachkräfte hat hiermit nicht Schritt gehalten. Arbeitsplätze in Kindertagesstätten müssen, trotz dieser steigenden Anforderungen, wieder attraktive Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Die jeweiligen Träger müssen in die Lage versetzt werden, Gehälter nach dem TVöD zahlen zu können. Dazu müssen die Kostensätze in der Finanzierung für Kindertagesstätten und der sozialen Arbeit deutlich erhöht bzw. angepasst werden.

Um kurzfristig Fachkräfte zu qualifizieren, müssen sich alle öffentlichen und freien Träger an der berufsbegleitenden Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte beteiligen. Gute Rahmenbedingungen für den Quereinstieg sind auch deshalb unerlässlich. Dazu muss die vorhandene Förderung von „Zeit für Anleitung“ vereinheitlicht und auf alle Quereinstiegsgruppen ausgeweitet werden. Auch die Quereinsteiger*innen müssen für ihre Anleitung von der Arbeit mit den Kindern freigestellt sein.
Kitaleiter*innen benötigen genügend Zeit zur Team- und Konzeptionsentwicklung sowie für notwendige Kommunikation und Vernetzung. Deshalb muss die Freistellung auch bei kleinen Einrichtungen einen verlässlichen Sockel erhalten. Mittelbare pädagogische Arbeit (z. B. Vor- und Nachbereitungszeiten von Angeboten, für Elterngespräche und zur Entwicklungsbeobachtung) gehört zu einem guten pädagogischen Angebot und muss verbindlich festgelegt werden. Die Finanzierungsbausteine durch das „Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes müssen in Berlin hierzu eingesetzt werden.“

Eine Anmeldung zum Gipfel ist unter www.berliner-sozialgipfel.de möglich. Weitere Informationen finden Sie auch im beiliegendem Flyer.

EINLADUNG Berliner Sozialgipfel 9.10.2018.pdf

Dateigröße: 0,47 MB, application/pdf